Postwurfsendung No. 23
– Alles ist im Fluss –
Der Mai ist gegangen, die Neuigkeiten schlagen aus. Oder so ähnlich. Unsere Autorin war jedenfalls aktiv und deshalb gibt es in der Juniausgabe der Postwurfsendungen diverse Aktualitäten von ihrem Schreibtisch zu berichten.
Die Frage, die uns alle freilich am heftigsten umtreibt, ist der Sachstand zum Bureau. All diejenigen, die lediglich hier sind, um zu erfahren, ob es denn nun schon ein Cover oder gar ein Veröffentlichungsdatum gibt, können bereits an dieser Stelle aufhören zu lesen und sich nützlicheren Dingen zuwenden. Die Antwort lautet nein, aber das soll uns nicht verdrießen.
Schließlich sind die Druckfahnen da, wir haben eine offizielle Seitenanzahl, das Werk wandelt sich langsam von einem seltsamen Dokument im Computer zu einem richtigen Buch. Das ist auch schon was. Unsere Autorin hat darum den letzten Brückentag (ja, da war wieder einer) mit dem eingehenden Studium der Fahnen und (hoffentlich) letzten Korrekturen verbracht. Wer noch Fehler darinnen findet, der möge schweigen, denn: Die gehören zu einem richtigen Buch nun einmal dazu.
Um das neue Werk etwas weniger stiefmütterlich als die Haarige Angelegenheit in die Welt zu droppen (und weil Canva wie bereits mehrfach erwähnt wirklich ein ganz hervorragendes Mittel der Prokrastination darstellt), will unsere Autorin nun tatsächlich die Zehen in die Untiefen professionellen Marketings stecken. Oder in das, was sie dafür hält. Ob das Sinn macht, ist freilich zu bezweifeln. Schließlich war in der letzten Zeit aus den einschlägigen Blubberblasen der Sozialen Medien zu vernehmen, dass sämtliche Anstrengungen eigentlich keinen nennenswerten Unterschied machen, solange nicht ein Verlag landauf landab die Buchhandlungen mit Büchern schwemmt und auch sonst ein ganzes Arsenal an Werbemaßnahmen auffährt.
Nun hat unsere Autorin allerdings schon immer ein Faible für Dinge, die sich der Kategorie Verlorene Liebesmüh zuordnen lassen.
Aus der Rubrik Schamlose Reklame ist darum zu berichten, dass die Kaps nun im Sinne professionellen Marketings für ihre Bücher einen eigenen Instagram-Account angelegt (genauer: einen stillgelegten reaktiviert, umfunktioniert und umbenannt) hat und von dort aus mit hübschen Bildern in die Leere rufen wird.
Zu finden ist das Gesamtkunstwerk unter @monakapsgeschichten.
Der alte Account unter @diekaps besteht natürlich auch weiterhin und bleibt das gewohnt bunte Sammelsurium absurder Kuriositäten.
Nicht ganz so vorbildlich wie in der Rubrik schamloser Reklame oder dem Überarbeiten der Druckfahnen tat sich die Kaps in letzter Zeit bei ihrem eigentlichen Daseinszweck hervor. Die Schreiberei plätscherte wie ein halb ausgetrocknetes Rinnsal dahin und so sind die Pegelstände der Wortklaubereien insgesamt wenig spektakulär.
Opus No. 3 (Arbeitstitel Blut, Schweiß und Tränen): 72.651 Wörter; 6/52 Kapitel
Opus No. 4 (Arbeitstitel Crazy Hühnerbuchhandlung): 47.184 Wörter; 11/29 Kapitel
Was nicht allein dem Umstand geschuldet ist, dass die Autorin lernt, eine Nähmaschine zu bedienen, und beim Wollfest in der schwäbischen Idylle handgefärbte Wolle käuflich erworben hat, die es nun zu verarbeiten gilt. Nein, nachdem sie zuerst am Plot von Opus No. 4 herumgeschraubt hat, musste sie sich auch in die Hexenküche des Weltenbaus begeben. Weshalb sie sich mit so großartigen Dingen wie magischen Verlobungspakten, Lehnseiden und Blutschwüren befasst hat. Und dabei feststellen musste, dass sie wohl doch keinen Cosy Fantasy Roman schreibt. Wohl eher Dark Cosy Fantasy – sofern es das gibt. Falls nicht, so haben Sie es hier zuerst gehört. Am Markt ist es vermutlich trotzdem wieder vorbei. Mist.
Aus diesen diversen Gründen sind nun mehr als vier Wochen ins Land gezogen, ehe etwa Kapitel No. 11 geschrieben war. Derweil bei Kapitel No. 12 die Worte momentan auch eher dürftig sprudeln. Aber – wie bereits in einer früheren Postwurfsendung prophezeit – war das Versiegen großer Kapitelmengen gepinselt in kurzer Zeit absehbar. Die Kaps schreibt nicht schnell.
Und damit entlasse ich Sie auch heute wieder mit einer Weisheit aus der Wundertüte der Weltliteratur:
»Hüte dich, wenn du vor einer Ziege stehst, hinter einem Pferd oder inmitten von Lebenden.«
Sophie Anderson, Marinka. Die Reise nach Dazwischen.
Postskriptum
Für alle, die wissen wollen, wie viele Seiten es denn nun beim Bureau geworden sind und wie nebenbei die letzten Worte des Romans lauten – Bitteschön:





